Montag, 27. April 2015

[INTERVIEW] Kirsten Brox


Mit Matamba legte Kirsten Brox dieses Jahr ihren ersten Roman vor. Zuvor hat sie schon mehrere Sachbücher über Agilty ("Hundesport") geschrieben und zwei Märchenanthologien herausgegeben. Mit der Bibliothek von Imre sprach sie nicht nur über Hunde, sondern auch über geekige Dinge und vor allem über ihr neues Buch. (Die Rezension zu Buch findet ihr hier.)

Hallo, Kirsten! Schön, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Matamba ist zwar nicht dein erstes Buch aber dein erster Roman. Von daher bin ich mal so dreist, dich als „unbekanntere Autorin“ zu bezeichnen. Stell dich doch bitte mal kurz vor.

Ich bin Kirsten, werde am Liebsten geduzt und bin ein unkomplizierter Mensch, der in allem und jedem das Gute zu sehen versucht. Außerdem bin ich furchtbar ehrgeizig, sowie verrückt nach Organisation und Struktur. Ich liebe Pläne, Diagramme, Statistiken und Kurven. Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen Dorf im Münsterland zwischen Pferden und Hunden. Mir ist die Naturverbundenheit wohl in die Wiege gelegt und ohne Tiere würde sich mein Leben sinnlos anfühlen.

Ich habe folgende Selbstbeschreibung von dir gefunden: „nougatsüchtig, pudelophil, verliebt in schöne Worte und eine Prise Geek“. Warum gerade Pudel?

Ich habe schon ein halbes Leben lang Hunde. Der erste eigene Hund war ein Mischling aus Pudel und Terrier. Er hat mich sehr geprägt, war mein Seelenhund und wird immer unvergessen bleiben. Ich erkenne viel von ihm, seiner Intelligenz und den liebenswerten Eigenschaften in den Pudeln wieder, mit denen ich heute zusammenlebe. Sie sind einfach ganz besondere Hunde. Übrigens keineswegs wegen der Wolle, sondern wegen des ganz besonderen Charakters darunter. Die Haare eines Hundes kann man dem Geschmack anpassen, das Wesen nicht.

Noch eine Nachfrage zur selben Selbstbeschreibung: Welche geekigen Interessen hat du?

Nach einem Chemie-Ingenieur-Studium (als einzige Frau unter 40 Kommilitonen) bin ich in die Informatik gewechselt. Das ist an sich ja schon ein geekiges Umfeld und nach 12 Jahren als Systemadministrator, kümmere ich mich jetzt beruflich um Informationssicherheit, ISO 27001 Zertifikate, Security-Awareness-Kampagnen und allerlei technische Richtlinien und Bewertungen. Insofern ist eine Menge vom Geek in mir beruflich bedingt. Außerdem mag ich Star Trek, das Internet mit all seinen Katzen und nerdige Podcasts.

Deine ersten Bücher waren ja Fachbücher über Agility („Hundesport“). Wie kam es, dass du dann zunächst Märchenanthologien veröffentlicht (und dazu beigetragen) und jetzt sogar einen Roman geschrieben hast?

Ich betreibe schon seit 1999 ein Blog zur Hundesportart Agility. Dort veröffentliche ich Parcoursvorschläge und Trainingsideen. Immer wieder habe ich mich darüber geärgert, dass im Fußraum unseres Hundeautos durchgeweichte, festgetretene Parcourspläne herumlagen. Daraus wurde die Idee geboren, etwas Brauchbares zu veröffentlichen. Es sollte unbedingt unter einer freien Lizenz erscheinen. Jeder sollte es für seine Trainingsgruppe kopieren dürfen. Ich wollte, dass die Leute es verändern, Videos vom Training damit drehen, es verteilen und es zum Leben erwecken. Als ich dann bei einem Druckdienstleister die Chance bekam auf beschichtetem Papier mit Spiralbindung zu akzeptablem Preis zu veröffentlichen, habe ich mich gleich hingesetzt und das Buch erstellt. Als guter Geek natürlich mit LaTeX. Das Schreiben, das Lektorat, der Satz, das Layout - alles das hat Riesenspaß gemacht und das Feedback war super.

Das warf die Frage in mir auf: "Vielleicht kannst du das ganz gut mit dem schreiben?" In der Schule hatte ich einen Deutsch-Leistungskurs. Das kam eigentlich nur, weil auf dem Mädchengymnasium kein Informatikkurs zustande gekommen war, aber im Nachhinein fand ich das Fach immer toll. Sprache hat mir immer gefallen, von Poetry-Slams und guten Büchern kann ich nie genug bekommen. Also habe ich angefangen in Foren zu lesen und mir Fachbücher über das Schreiben angeschafft. Ich habe natürlich, ganz wie das meine Art ist, einen Plan gemacht, Kurven gemalt, Diagramme erstellt und mich über jeden neuen Figuren- oder Plotbaukasten gefreut, wie ein kleines Kind. Die erste Kurzgeschichte wurde unter über 200 Einsendungen gleich für eine Anthologie ausgewählt und seitdem bin ich infiziert. Diese Anfangserfolge haben das Ehrgeiz-Flämmchen in mir wohl angezündet.

Als das Sachbuch dann auch noch einen Buchpreis gewann und ich plötzlich 4000 Euro Gewinn in der Hand hielt, kam meine soziale Einstellung hoch. Es macht mir mehr Freude etwas zu verschenken, als etwas für mich zu haben. Deshalb wollte ich mit dem Gewinn etwas Gutes anstellen. In einem der Foren lief mir diese Jugendliche über den Weg, die die grandiose Idee hatte, ein Buch für kranke Kinder zu machen. Autoren, Illustratoren, Korrektoren - alle haben kostenlos mitgearbeitet und die beiden Nimmermärchenbücher helfen hoffentlich nicht nur finanziell, denn der Erlös geht an Krankenhaus-Clowns, sondern eben auch durch die mutmachenden Geschichten.


Warum gerade ein Steampunk-Roman?

Das ist eine gute Frage! Ich hatte noch nie von Steampunk gehört, bis mir ein Freund davon erzählte. Er hat das Wort Steampunk in eine Bildersuche getippt und plötzlich hatte meine Romanhandlung einen ganz anderen Sinn. Das Konzept stand schon vorher, aber jetzt war es, als wenn jemand den Vorhang wegzieht und plötzlich der Blick auf die Bühne frei wird. Genau da wollte ich meine Geschichte erzählen. In einem alternativen 1870! Die zentrale Frage, ob Fortschritt immer begrüßenswert ist oder ob man an Bewährtem festhalten sollte ist zu jeder Zeit und gerade heute interessant. Und genau in diesem Umfeld der Kolonialisierung bekam meine Geschichte eine ganz neue Farbe.

Lass und ein wenig näher auf das Buch eingehen. Der eine Protagonist – Morton Stanley – ist ja sehr nahe an eine historische Persönlichkeit angelehnt aber zu seinem Widersacher Jack Lambert fällt mir gar nichts ein. Ist er frei erfunden oder gibt es irgendwelche Referenzen, die ich nicht erkannt habe?

Jack entstand, als ich über das Bild eines asiatischen Mannes mit Dreadlocks in schickem Anzug mit Zylinder stolperte. Ich habe es gesehen und plötzlich hatte ich die Figur im Kopf. Was, wenn ein Schwarzer 1870 mit Zylinder in gehobenen Kreisen verkehrt? Wie müsste dieser Mann sein?
Es gibt eine Kurzgeschichte von mir in einem Magazin der Anderweltler (leider nicht mehr erhältlich) namens "Erfinderkinder". Dort spielt ein Schulleiter namens Jaques Lambert eine wesentliche Rolle. Es ist noch nicht ganz der Jack, der im Roman lebt, aber aus dieser Figur ist er geboren worden. Der Schulleiter, wie auch der Universitätsprofessor sind ehrlich, gerecht und liebenswert, aber auch geheimnisvoll. Die zentrale Eigenschaft ist wohl die Empathie - ich wollte jemanden, der sich perfekt in sein Gegenüber einfühlen kann. Du hast nichts übersehen, Jack ist eine freie Erfindung.

Ich habe jetzt mehrfach gehört, dass Morton Stanley von anderen Lesern als „Ekelpaket“ oder ähnliches empfunden wurde. Ein Urteil, das ich nicht teile. Wie siehst du selbst diese Figur?

Ich war anfangs auch etwas überrascht über die Heftigkeit der Ablehnung. Ich als Autor habe natürlich eine komplette Lebensgeschichte meines Helden im Kopf. Ich weiß, dass Morton eine wirklich böse Kindheit hatte, dass das Leben ihn wieder und wieder umgeworfen hat, egal wie oft er aufstand, dass er in einem Zeitalter lebt in dem Rassismus selbstverständlich ist. Der Leser startet mit einem weißen Blatt Papier und dann steht da dieser Typ mit Grübchen und Uniform an der Themse. Viele Reaktionen von Morton sind deshalb nicht auf Anhieb verständlich, aber ich betrachte das nicht als Problem.
Wenn ich Figuren einführe, dann gestehe ich dem Leser auch seine eigene Meinung zu. Es ist in meinen Augen ein gutes Zeichen, dass Morton polarisiert. Was soll ein Romanheld, der dem Leser egal ist? Und in einem zünftigen Abenteuer ist everybodys-Darling sicher nicht das beste Konzept. Deshalb bin ich gar nicht unglücklich darüber, dass einige Leser sich so in ihre Abneigung gesteigert haben. Die Figur funktioniert, wenn sie lebendig ist. Ein Leser schrieb, dass er laut geschimpft habe beim Lesen und lebendiger geht nicht.
Ich selbst empfinde Morton als vielschichtig und äußerst korrekten Mann. Jemand mit Tugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Fleiß und Ehrgeiz. Heute würde er allerdings beim Bewerbungsgespräch wegen fehlender Social Skills aussortiert.


Wenn wir schon dabei sind: Wenn du für einen Tag eine der Figuren aus deiner Geschichte sein könntest: Wer wärst du gerne und warum?

Ich schwanke zwischen Jack und Lou. Jacks Fähigkeiten und Einfühlungsvermögen klingen verlockend und es wäre sicher aufregend den Abend beim Ball der Rosen zu erleben. Aber ich denke noch lieber wäre ich Lou. Eine starke Frau, gewissen Zwängen unterworfen und beugt sich doch nicht. Technisch begabt, pfiffig und unerschrocken. Eine tolle Frau!
Aber einen Tag lang Victoria sein und sich von Wesley mit Früchten füttern lassen, wäre sicher auch hübsch ;)


Wie siehst es mit den Regionen aus, die im Roman eine Rolle spielen? Verbindet dich etwas mit London und/oder Afrika?

In der achten Klasse habe ich eine 6-wöchige Sprachreise nach Südengland gemacht. Als "Kind vom Land" hat mich der Besuch in London komplett überwältigt. Die schöne Stadt, der Buckingham Palace, die Uniformen und die plötzliche Erkenntnis, dass dieses Fach Englisch doch für was gut ist... Der Aufenthalt hat tiefe Spuren hinterlassen und noch heute kann ich mich an einige Details ganz genau erinnern, als wenn es gerade eben erst gewesen wäre.
Afrika hingegen war auch für mich völlig unbekannt. Ich hatte Dokumentationen gesehen, habe natürlich viel recherchiert - aber im Grunde bin ich mit Morton gemeinsam zum unbekannten schwarzen Kontinent gereist.


Gibt es schon neue Schreibprojekte? Was dürfen wir von dir als nächstes erwarten?

Im letzten Drittel der Fertigung ist ein Roman, der im selben Universum spielt wie Matamba. Er greift Figuren auf und Handlungsstränge, erzählt aber eine eigenständige Geschichte. Er beginnt mit einer Mechanikerin namens Lou, die an der Tower Bridge einen Umschlag bekommt...

Bevor wir zum Ende kommen noch eine letzte Frage, um es dem nächsten, der dich interviewen darf, leichter zu machen: Welche Frage würdest du gerne mal in einem Interview gestellt bekommen?

Ich glaube, du hast dieses Interview absolut perfekt vorbereitet. Die Fragen waren sehr geschickt gewählt, weil ich etwas von mir, etwas von meinen Büchern und etwas Drumrum erzählen konnte. Ich fühle mich ideal befragt und mag deshalb niemandem etwas vorschlagen. Es ist ja auch ein bisschen spannend, was andere so interessant finden. Ich liebe Überraschungen!

Danke für das Lob. Und vor allem vielen Dank für deine ausführlichen Antworten!

[REZENSION] Matamba


Matamba ist das Erstlingswerk von Kirsten Brox. Besser gesagt, ist es ihr erster Roman. Zuvor hat sie schon mehrere Sachbücher über Agilty ("Hundesport") geschrieben und zwei Märchenanthologien herausgegeben. Wenn ihr mehr über die Autorin erfahren wollt, findet ihr hier ein Interview.

Worum geht es?

Der Roman spielt in einer alternativen Vergangenheit. Wir schreiben das Jahr 1870 und nicht Strom, sondern Dampf, treibt allerhand Maschinen an. Auch gibt es Technologien, die den "Äther" nutzen. Kurz gesagt, es handelt sich um einen Steampunk-Roman.

Der echte Henry Morton Stanley
Als der Kriegsveteran Morton Stanley - angelehnt an die reale Person gleichen Namens - in Geldnot gerät, bleibt ihm wenig anderes übrig, als an einem Wettbewerb teilzunehmen. Bei diesem Wettbewerb geht es darum, als erste Expedition die Quelle des Nils zu finden. Das Preisgeld würde alle seine Probleme lösen.

Sein Widersacher ist der afrikastämmige Professor Jack Lambert, der nur an dem Wettstreit teilnimmt, weil ihm sein Dekan keine Wahl lässt.  In Afrika angekommen muss Jack dann schnell feststellen, dass ihn der Kontinent seiner Ahnen nicht so kalt lässt, wie er es erwartet hätte.

(Es gibt auch einige Elemente, für die es zunächst keine natürlicher Erklärung zu geben scheint. Ob es eine natürliche Erklärung gibt oder ob es sich eher um Steamfantasy handelt, möchte ich hier bewusst offen lassen.)

Was hat mir gut gefallen?

Vor allem hat mich der bildliche Schreibstil angesprochen. Das Buch ist über weite Strecken sehr angenehm zu lesen.

Desweiteren gibt es - auch ganz wichtig für jeden Steampunk-Roman - viele verrückte Maschinen, die sehr anschaulich beschrieben und erklärt werden. (Dass die Erklärung eines Geräts namen Telektroskop für mich nicht ganz ausreichend war, fand ich nicht weiter schlimm.)

Was hat mir weniger gut gefallen?

Die größte Schwäche des Romans ist der Aufbau bzw die Einteilung. Bei einem knapp 300 Seiten langen Roman über eine Afrikaexpedition, darf es nicht 120 Seiten dauern, bis der erste Protagonist Afrika erreicht. 120 Seiten Einleitung sind absolut OK aber dann sollte das Buch auch mindestens 500 Seiten lang sein. Aus der langen Einleitung resultiert natürlich, dass für den Mittelteil und hier insbesondere für den Schluss wenig Platz bleibt.

Noch mehr hat mich aber gestört, wie der Verlag dieses sehr kurze Werk aufgebläht hat. Die Kapitel sind sehr kurz und jedes Kapitel beginnt auf einer rechten Seite. Dadurch entstehen teilweise komplett leere Seiten. Insgesamt sind es 19 komplett leere Seiten. Addiert man alle Seiten auf, die mindestens zu einem Drittel leer sind, kommt man sogar auf eine Summe von 49 leeren Seiten oder um es noch deutlicher zu sagen: Von den 291 Seiten sind 81 Seiten zu einem Drittel oder mehr leer.

Fazit

Ein sehr kurzer aber auch kurzweiliger Roman. Freunde von Steampunk und ungewöhnlichen Settings sollten ruhig einen Blick riskieren. Mit einem kleinen Debütbonus komme ich auf...

Wertung: 4/5 Sterne

Vielen Dank an den Feder&Schwert-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Samstag, 25. April 2015

[NEWS] RPC Fantasy Award 2015 - Die Nominierten



Am 16. und 17. Mai findet in Köln die 9. Role Play Convention statt. Anders als der Name vermuten lässt, geht es nicht nur um Rollenspiele, sondern um Phantastik in vielen Formen: Pen&Paper Rollenspiele, LARP, Tabletops, Brettspiele, Computerspiele und natürlich auch Literatur. Dieses Jahr wird zum 6. Mal der RPC Fantasy Award in den Kategorien Comic/Manga/Graphic Novel, Gesellschaftsspiele, Mobile- & Browsergames, PC&Konsolenspiele, Tabletop&Miniaturenspiele und Literatur vergeben. Hier könnt ihr noch bis zum 06. Mai abstimmen und mit etwas Glück auch eins der nominierten Bücher/Produkte gewinnen. Im Folgenden möchte ich euch die Nominierten in der Kategorie Literatur kurz vorstellen.








Meine ausführliche Rezension zu diesem Dark Fantasy Roman findet ihr hier

















Meine ausführliche Rezension zu diesem Superheldenroman findet ihr hier.










Damit wären wir dann - überraschend früh - auch schon bei den Büchern, die ich nicht selbst gelesen habe. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Bücher, bei denen ich zumindest den Autor kenne.








Bernd Perplies habe ich durch seine Magierdämmerung-Trilogie kennen und schätzen gelernt. In seiner neuen Reihe kombiniert er Fantasy-Elemente mit Elementen aus der irdischen Antike.




"Kors Kodex" aus der Feder von Christian Lange ist ein Roman zum Rollenspiel "Das Schwarze Auge". Von Christian Lange kenne ich bislang nur "Der Gipfel" - seinen Beitrag zur Anthologie "Eis und Dampf", die mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet wurde.

Inhaltlich geht es um Ghorio, einen Geweihten der Kriegsgöttin Rondra, der zum Glauben an den Söldnergott Kor findet.





2003 erschien mit "Die Zwerge", der erste Band der mittlerweile 5-bändigen Reihe von Markus Heitz, die mittlerweile mit 2 Deutschen Phantastik Preisen ausgezeichnet wurde.

Im 5. Band "Der Triumph der Zwerge" kehrt der legendäre Held Tungdil - bekannt aus Band 1 - zurück. Aber ist er es wirlich?
Zu den folgenden Büchern, kann ich noch weniger sagen. Hier muss ich euch leider auf die Infos der Verlage verweisen, die ihr durch Klick auf die Cover finden könnt.








Der Jugendbuch-Thriller "Die Vernichteten" von Ursula Poznanski ist der Abschlussband einer Trilogie. Die Titel der ersten beiden Bände lauten "Die Verratenen" und "Die Verschworenen".














"Die Wedernoch" ist der zweite Roman des jungen, schweizerischen  Autors Stefan Bachmann und somit die Fortsetzung von "Die Seltsamen". Der in Colorado geborene Bachmann schreibt auf englisch; "Die Wedernoch" wurde übersetzt von Hannes Riffel.















"Maschinenseele" ist der zweite Steampunk-Krimi aus der Feder von Chris Schlicht. Ein neuer Fall für den bereits aus "Maschinengeist" bekannten Kommissar Peter Langendorf.














"Die vergessene Kammer" ist ein Roman der britischen Autorin Catherine Fisher. Für die deutsche Übersetzung war Wolfgang Thon zuständig.

Ein Roman über Architektur, druidischen Mysterien und Geheimnisse.













"Die Flammenwüste" von Akram El-Bahay wurde dieses Jahr mit dem SERAPHEN für das beste Fantasy-Debüt des Jahres ausgezeichnet.

In einer orientalische Welt sind Drachen der Gegenstand von Märchen. Bis eines Tages ein echter Drache auftaucht.












M. R. Carey ist das "Pseudonym"des britischen Comicautors Mike Carey. Charlotte Lungstrass-Kampfer und Momo Evers haben das Buch ins Deutsche übersetzt.

Ein dystopischer Roman rund um einen Parasiten, auf den Erwachsene anders reagieren als Kinder.














"Totes Land - Ausnahmezustand" ist der erste Band einer dystopischen Thriller-Trilogie von M. H. Steinmetz. Die ersten beiden Bände sind bereits erschienen und der dritte ist für Juli 2015 angekündigt.

Freitag, 24. April 2015

[GEWINNSPIEL] Blogger schenken Lesefreude - Die Gewinner


Beide Gewinnspiele rund um den Welttag des Buches sind abgelaufen und sicherlich wollt ihr wissen wer gewonnen hat. Eigentlich sollte einer meiner beiden Hunde die Rolle der Losfee übernehmen. Leider waren sie zu müde, um behilflich zu sein.


Von daher musste ich mich einer weniger niedlichen Losfee bedienen: Ich habe die Teilnehmer durchnummeriert und dann mittels Random.org die Nummer der Gewinner gezogen.

Gewonnen haben:









Sternenbrise - als einzige(r) Teilnehmer(in)


















Kristin S.

















wayland liest










Viel Spaß mit euren neuen Büchern!

Donnerstag, 23. April 2015

[GEWINNSPIEL] Blogger schenken Lesefreude, die Zweite



Heute ist der Welttag des Buches. Fast schon traditionell findet an diesem Tag auch die Aktion Blogger schenken Lesefreude statt. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass es auf vielen Blogs Gewinnspiele geben wird, bei denen ihr Bücher gewinnen könnt!

Auch hier gibt es etwas zu gewinnen - nämlich ein Buch meines Lieblingsautors.


Was müsst ihr tun, um das wundervolle "Der Ozean am Ende der Straße" von Neil Gaiman zu gewinnen? Hinterlasst einfach einen Kommentar und schreibt mir welchemagischen Erinnerungen ihr an eure Kindheit habt. Teilnahmeschluss ist der 30.04. um 23:59. Unter allen Teilnehmern lose ich einen Gewinner aus, den ich dann hier im Blog bekanntgegeben werde.

(Ich versende die Gewinne nur an Adressen innerhalb der EU. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.)

Montag, 20. April 2015

[REZENSION] Das Erbe des Kuriers


Das "Erbe des Kuriers" ist ein kurzer Roman (160 Seiten + Anhänge), der in der gleichen Welt spielt, in der alle anderen Bücher von Peter V. Brett auch angesiedelt sind. Die Welt, die er zuerst in "Das Lied der Dunkelheit" beschrieben hat, zeichnet sich dadurch aus, dass sie nachts von Dämonen heimgesucht wird. Während sich die meisten Menschen im Schutz ihrer Häuser verkriechen, kämpfen einige mutige Individuen Nacht für Nacht gegen die Dämonen. Ihre mächtigste Waffe dabei sind magische Siegel mit denen sie ihre Waffen und Schilde versehen...

"Das Erbe des Kuriers" wurde - so kann man der Einleitung entnehmen - ursprünglich als Anfang des dritten Bandes ("Die Flammmen der Dämmerung") geschrieben, dann aber weggelassen, weil sonst einem Nebencharakter zu viel Raum gegeben worden wäre. Inhaltlich schlägt die Geschichte aber auch die Brücke zum noch nicht erschienenen vierten Band ("Der Thron der Finsternis"), in dem die Hauptfigur Dorn Damaj ebenfalls eine Rolle spielen wird.

Worum geht es?

Kurz nachdem der sechsjährige Dorn von seinem Vater, dem ehemaligen Dal'Sharum-Krieger Relan asu Relan am'Damaj am'Kaji, die erste Lektion über den Umgang mit Dämonen gelernt hat, muss er sich schon allein in der Wildnis herumschlagen. Für einen Sechsjährigen bedeutet das den sicheren Tod. Oder etwa nicht?

(Ja, das ist jetzt sehr sehr knapp aber ihr wollt ja nicht schon die Hälfte der sehr kurzen Geschichte lesen, oder?)

Außerdem gibt es einen Anhang, der verschiedene Siegel und krasianische Begriffe erklärt. Zum Schluss gibt es dann noch eine kurze Leseprobe aus Band 4.

Was hat mir gut gefallen; was weniger gut?

Ein sechsjähriger Protagonist in einem Nicht-Kinderbuch ist eine mutige Idee, die auch sehr gut funktioniert. Leider geht es nur in einem Teil des Buchs direkt um Dorn. Größtenteils geht es um andere Menschen; zum Beispiel um die, die ihn suchen. Trotzdem war die Geschichte kurzweilig und spannend zu lesen.

Allerdings muss man schon sagen, dass die Geschichte primär für Personen interessant ist, die die Reihe kennen. Ich glaube nicht, dass mir die Geschichte für sich allein, ohne die Reihe gelesen zu haben, ähnlich gut gefallen hätte.

Sehr gut hat mir wiederum gefallen, wie der Heyne-Verlag die Geschichte zu einem Buch umgesetzt hat. Es gibt eine Einleitung, Anhänge und ein paar ansprechende Zeichnungen von Andreas Hancock. Zusammen mit der Leseprobe aus Band 4 werden so aus 160 Seiten 207 Seiten, ohne dass das Buch künstlich aufgebläht wirkt.

Fazit

Ein spannendes kleines Buch, das Fans von Peter V. Bretts Dämonen-Saga hilft die Wartezeit auf Band 4 - "Der Thron der Finsternis"- zu überbrücken.

Wertung: 4,5/5 Sternen

Sonntag, 19. April 2015

[GEWINNSPIEL] Blogger schenken Lesefreude



Am 23. April ist der Welttag des Buches. Fast schon traditionell findet an diesem Tag auch die Aktion Blogger schenken Lesefreude statt. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass es auf vielen Blogs Gewinnspiele geben wird, bei denen ihr Bücher gewinnen könnt!

Auch hier gibt es etwas zu gewinnen. Zum einen verlosen ich ein Exemplar von "The Darkest London - Winterschatten" von Kristen Callihan.


Desweiteren gibt es ein (Mängel)Exemplar von "Dr. Impossible schlägt zurück" von Austin Grossmann zu gewinnen.



Was müsst ihr tun um an der Verlosung teilzunehmen? Hinterlasst einfach einen Kommentar und schreibt mir welches Buch ihr gewinnen wollt. Teilnahmeschluss ist der 23.04. um 23:59. Die Gewinner werden danach hier im Blog bekanntgegeben.

(Ich versende die Gewinne nur an Adressen innerhalb der EU. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.)

PS: Meine zweite, bis zum 30.03. laufende, Verlosung im Rahmen von "Blogger schenken Lesefreude" findet ihr hier.

Montag, 13. April 2015

[REZENSION] Burton & Swinburne


Der echte Swinburne (ca. 1865)
Der echte Burton (1864)

„Burton & Swinburne“ ist der englische Titel einer auf sechs Bände angelegten Reihe von Mark Hodder. Der erste Band, gleichzeitig Hodders Debüt, wurde direkt mit dem Philip K. Dick Award, einem angesehenen Science Fiction Preis, ausgezeichnet. Die deutsche Ausgabe wird unter dem Label Fantasy vertrieben und tatsächlich ist es nicht leicht die Bücher einem Genre zuzuordnen. Steamfantasy oder Alternate History wären auch nachvollziehbare Einordnungen.

Auf Englisch sind bereits fünf der geplanten sechs Bände erschienen. Im Folgenden soll es um die drei schon auf Deutsch erschienen Bände gehen, die ich letztes Jahr zusammen mit Key von den Lesekatzen lesen durfte.

Band 1: Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack 


Die Geschichte beginnt wie ein ganz normaler Steampunk-Krimi. In einem viktorianischen London, dass sich nicht nur durch verschiedene dampfgetriebene Fahrzeuge, sondern auch durch absonderliche Auswüchse der Eugenik (Genetik), von unserem unterscheidet, wird der berühmte Entdecker Sir Richard Francis Burton zum Agent seiner Majestät. Sein erster Auftrag ist zweigeteilt. Zum einen soll er sich um eine Gruppe Wolfsmenschen (Werwölfe?) kümmern, die in London ihr Unwesen treiben und zu anderen soll er sich des so genannten Spring Heeled Jack annehmen. Dieser Stelzenmann wird nicht nur mit mehreren versuchten Vergewaltigungen in Verbindung gebracht, sondern wurde auch im Zusammenhang mit der Ermordung Königin Victorias gesehen. Wer ist dieser Jack? Was will er? Und warum gibt er vor etwas über Burtons Zukunft zu wissen?

Hodders Debüt ignoriert mutig gängige Konventionen. So durchbricht er nicht nur mehrfach übliche Genregrenzen; auch der Aufbau des Buches insgesamt ist eher ungewöhnlich. Dieser Mut zur Grenzüberschreitung ist ein großer Pluspunkt des Buches. Ein weiterer besteht darin, dass Hodder geschickt die realen Persönlichkeiten der damaligen Zeit - die großen Viktorianer, wie er es wohl nennen würde - in seiner Geschichte einsetzt. Nicht Nur Burton und Jack haben reale Vorbilder, sondern mehr oder weniger alle wichtigen Personen.

Doch es gibt auch einige weniger positive Punkte. Am negativsten ist mir der Protagonist aufgefallen. Burton ist viel zu perfekt. Er kann mehr oder weniger alles und gerät dadurch eigentlich nie wirklich in Bedrängnis. Sein Partner Swinburne, der masochistisch veranlagte Dichter, ist da ein wesentlich interessanterer Charakter. Auch die Auswüchse der Eugenik, zum Beispiel Nachrichtenhunde, die den Stadtplan kennen, wirken häufig fehl am Platz und liefern ein humoristisches Element, dass nicht so richtig zum Rest des Buches passen will. Auch den Schluss des Buches fand ich eher schwach. Er war sehr actionreich, was möglicherweise Hodders Vorgeschichte als Drehbuchautor geschuldet ist, passte aber nicht so recht zur ansonsten cleveren Geschichte.

Alles in allem eine clevere und kurzweilige Geschichte mit ein paar Schwächen, die ich unter dem Strich mit knappen 4 Sternen bewerten würde.

Band 2: Der wundersame Fall des Uhrwerkmannes 


Nach "Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack" erzählt Hodder in "Der wundersame Fall des Uhrwerkmannes" die Geschichte des ungleichen Detektiv-Duo Burton und Swinburne weiter.

Durch die Zeitreisen, die im ersten Band geschildert wurden, hat sich das viktorianische Zeitalter in eine überdrehte steampunkige Version verändert. Dies äußert sich nicht nur in verschiedenen dampf- und uhrwerkgetriebenen Vehikeln und Maschinen, sondern auch in einigen sehr abgefahrenen Auswüchsen der Gentechnik (z.B. beleidigende Botensittiche). In dieser verrückten Welt soll Burton, ein Agent seiner Majestät, den Fall des Tichborn-Anspruchstellers untersuchen. Ein Mann der offensichtlich nicht der Erbe der Tichborns ist, gibt sich als eben dieser aus und aus unerklärlichen Gründen hat er dabei großen Erfolg. Warum? Und was hat das mit den als Chorsteinen bekannten schwarze Diamantsplittern zu tun, in denen man angeblich Erinnerungen speichern kann?

Wie schon im ersten Band schickt Hodder seine Protagonisten auf einen wilden Ritt, dessen (vorläufiges) Ende wahrscheinlich kein Leser am Anfang ahnen wird. Dabei sind glaubwürdige, realistische Charaktere (insbesondere Burton ist ein halber Supermann) nicht unbedingt seine Stärke. Statt dessen punktet er mit einer verrückten Geschichte.

Wer den ersten Band mochte und kein Problem damit hat, wenn Genregrenzen gesprengt werden, sollte auch diesen zweiten Band lesen. Wer den ersten Band nicht kennt, sollte nicht mit dem zweiten beginnen.

Auch für den zweiten Band würde ich knappe 4 Sterne vergeben.

Band 3: Auf der Suche nach dem Auge von Naga 


Nach "Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack" und "Der wundersame Fall des Uhrwerkmannes" präsentiert Hodder mit "Auf der Suche nach dem Auge von Naga" den dritten Band um das ungleiche Detektiv-Duo Burton und Swinburne.

Im zweiten Band hat sich dann herausgestellt, dass all die seltsamen Entwicklungen im Endeffekt auf drei Objekte zurückgehen. Diese könnte man auch als Waffe gebrauchen. Zwei der drei Objekte wurden bereits gefunden, vom dritten ist der ungefähre Aufenthaltsort bekannt. Am Vorabend des ersten Weltkrieg bricht Richard Francis Burton, der Agent seiner Majestät, mit seinem "Sidekick" Algernon Swinburne und einigen anderen Gefährten nach Afrika auf, um dritte Objekt zu bergen und somit England einen entscheidenen Vorteil gegenüber Preußen zu sichern.

Wie schon in den ersten beiden Bänden schickt Hodder seine Protagonisten auf einen wilden Ritt. Der erste der drei Abschnitte kann dabei locker mit den ersten beiden Bänden mithalten. Im Mittelteil wird es dann aber leider recht belanglos. Die Reise durch Afrika ist eine Aneinanderreihung von Ereignissen die (fast) alle nicht zum Fortgang der Geschichte beitragen. Am Ende findet Hodder dann wieder mehr oder weniger zu seinen alten Stärken zurück. Trotzdem fand ich das (vorläufige) Ende nicht richtig befriedigend.

Wer die ersten beiden Bände mochte, kein Problem damit hat, wenn Genregrenzen gesprengt werden und wissen möchte, wie die Geschichte weiter geht, sollte auch diesen dritten Band lesen. Für sich genommen überzeugt diese Buch aber leider nicht.

Mehr als drei Sterne würde ich für diesen Band nicht vergeben.

Fazit

Mit seiner „Burton & Swinburne“-Reihe präsentiert Mark Hodder eine überdrehte Steamfantasy-Zeitreise-Geschichte mit Stärken und Schwächen. Wer verrückte Geschichten abseits des Mainstreams mag, sollte ruhig einmal einen Blick (vor allem) auf den ersten Band werfen.

(Das Foto von Sir Richard Francis Burton ist public domain. Das Foto von Algernon Swinburne wird unter der Creative Commons BY-NC-ND 3.0 Lizenz verwendet. Copyright: National Portait Gallery, London.)

Samstag, 11. April 2015

[REZENSION] Alter, was geht?


Jörg Thomann ist Journalist und arbeit zur Zeit für das Ressort "Leben" der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Von 2013 bis 2014 hat er im "hohen Alter" von 42 Jahren eine Reihe von Aktivitäten ausprobiert, die man sonst eher in der Jugend ausübt. So war er zum Beispiel Schlittschuh laufen, mit den Pfadfindern wandern, hat ein Instrument gelernt und Graffitis gesprüht.

Was hat mir gut gefallen?

Vor allem hat mir der Stil, in dem der Autor schreibt, gut gefallen. Locker, leicht und mit viel selbstkritischem Humor berichtet er über seine Aktivitäten.

Was hat mir nicht gefallen?

Meiner Meinung nach passen nicht alle Aktivitäten, die der Autor getestet hat zum Thema. Bei Themen wie Tanzschule oder Schwimmunterricht kann sicherlich noch diskutieren, ob sie zum Thema passen, aber bei einem Boxkurs für Manager, einem Benimmkurs oder einer Stilberatung durch Moderedakteurinnen empfinde ich das Thema als verfehlt.
Außerdem hat er einen Großteil der Aktivitäten für meinen Geschmack viel zu kurz getestet. Zum Beispiel ist er einen Nachmittag lang Skateboard gefahren und hat sich damit zufrieden gegeben ein paar Meter auf ebener Fläche zu rollen. Das ist mir ehrlich gesagt zu wenig, um ein echtes Experiment zu sein.

Fazit

Ein durchaus kurzweiliges Buch aber aus dem Thema hätte man mehr herausholen können.

Wertung: 3,5/5 Sternen

Vielen Dank an Lovelybooks für das Verlosen des rezensierten Buchs. 

[VORSCHAU] Rezensionen und Interviews im April

In den nächsten Wochen erwarten euch hier nicht nur weitere Rezensionen, sondern auch weitere Interviews.





"Der unrechte Wanderer" ist auf dem Weg zu mir. Der Fantasy-Roman spielt in der gleichen Welt wie "Der Gottbettler", ist aber unabhängig davon zu lesen.

Begleitend zur Rezension wird auch ein Interview mit dem Autor Michael M. Thurner geben.












Auch ein Exemplar des Steampunk-Romans Matamba ist auf dem Weg zu mir und hoffentlich nicht in der Post verloren gegangen. In einem alternativen 1870 sucht eine britische Expedition die Quellen des Nils und stößt dabei auf ein verborgenes Mysterium.

Auch hier wird es nicht nur eine Rezension, sondern auch ein Interview mit der Autorin Kirsten Brox geben.












Last but not least geht es nach Britannien. Aber nicht in unser Britannien, sonder in das um Fantasy-Elemente bereicherte Britannien des Romans "Druide der Spiegelkrieger". Dieses ist der erste Band der Spiegelkrieger-Reihe von Werner Karl.

Ich bin schon gespannt auf das Buch und das Interview mit Werner Karl.








Soweit die Bücher zu denen es Rezensionen und Interviews geben wird. Aber natürlich wird es auch noch die eine oder andere Rezension ohne begleitendes Interview geben.






Was das anbelangt, freue ich mich vor allem euch das neuste Buch zum Cthulhu-Mythos aus dem Festa-Verlag vorstellen zu dürfen. Es trägt den Titel "Schatten über Innsmouth" und enthält neben Lovecrafts Klassiker "Der Schatten über Innsmouth" 16 weitere Innsmouth-Geschichten aus der Feder von 16 britischen Autoren.

[REZENSION] Der Aufstieg Nyphrons


Gerade einmal einen Tag nach der Rezension zum zweiten Band kann ich euch schon die zum dritten Band präsentieren.

"Der Aufstieg Nyphrons" ist der dritte Band von Michael J. Sullivans sechsbändiger Riyria-Reihe. Die Bände sind in mehr oder weniger in sich abgeschlossen, erzählen aber eine fortlaufende Geschichte. Von daher setze ich im Folgenden die ersten beiden Bände als bekannt voraus oder anders gesagt: Der folgende Text enthält kleinere Spoiler in Bezug auf die vorhergehenden Bände.

Worum geht es? 

Die Ereignisse des zweiten Bandes hatten dazu geführt, dass die Kräfte, die ein neues Imperium wollen, allen voran die Kirche Nyphrons, eine Marionette gefunden haben, die sie als Nachkommin des letzten Imperators ausgeben können. Jetzt, fast ein Jahr später ist das Neue Imperium Realität. Alle Königreiche Avryns sind jetzt in einem Imperium vereint. Alle Königreiche? Nein, Melengar leistet dem Imperium noch Widerstand. Als es nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint, dass das Neue Imperium auch Melengar schluckt, beschließt Prinzessin Arista auf eigene Faust loszuziehen, um die Feinde des Imperiums zu einen. Insbesondere strebt sie ein Bündnis mit den Nationalisten um Degan Gaunt an. Zu ihrem Schutz heuert sie den (ehemaligen) Diebesbund Riyria an. Dieser besteht aus dem Schwertkämpfer Hadrian und dem Dieb Royce, die mittlerweile als Agenten Melengars tätig sind.

Was hat mir gut gefallen?

In meinen Rezensionen zu den ersten beiden Bänden hatte ich gelobt, wie der Autor die Abenteuergeschichte der beiden Protagonisten (Hadrian und Royce) mit einer politischen Hintergrundgeschichte verbindet. Jetzt sind die beiden endgültig ein wesentlicher Teil der politischen Geschichte. Diese ist gut durchdacht. Es gibt Intrigen innerhalb von Intrigen, so dass man sich zu keiner Zeit sicher sein kann, alle durchschaut zu haben.
Auch gefällt mir gut, dass die Action-Szenen eher knapp abgehandelt werden, wodurch mehr Platz bleibt die Geschichte zu entwickeln.

Was hat mir weniger gut gefallen?

Diesmal habe ich tatsächlich einen echten Kritikpunkt. Das Neue Imperium erinnert mich ein wenig an das Imperium aus Star Wars. Damit will ich vor allem sagen, dass es mir einfach zu böse ist. Anfangs (also in den ersten beiden Bänden) hat man noch den Eindruck, dass auch die Imperialisten eine nachvollziehbare Motivation für ihr Handeln haben. Jetzt kann ich bei den führenden Köpfen des Imperiums nur noch Machtgier erkennen.
Auch gibt es im Laufe der Geschichte die eine oder andere brenzelige Situation, die mir zu plump und einfach gelöst wird.

Wird das Buch dem Klappentext gerecht?

Zum einen wird im Klappentext das Urteil des Blogs fantasy book critic wiedergegeben. Dieses lautet: "Eines der besten klassischen Fantasy-Epen, die gegenwärtig publiziert werden." Auch wenn mir die Reihen anderer Autoren (z.B. Patrick Rothfuss, Scott Lynch, George R. R. Martin) noch besser gefallen, so muss ich schon zugeben, dass Riyria wesentlich klassischer ist und von daher stimme ich dem Urteil zu.
Zum anderen wird im Klappentext ein wenig auf den Inhalt eingegangen und an dieser "Zusammenfassung" habe ich dieses Mal nichts auszusetzen.

Fazit

Trotz der oben erwähnten Schwächen hat mich dieser Band noch besser unterhalten als die ersten beiden. Sonst hätte ich ihn auch nicht an nur einem Tag gelesen.
Das Imperium ist zu böse um interessant zu sein aber davon abgesehen gibt es viele spannende und unberechenbare Charaktere. Wenn es um richtig klassische Fantasy geht, führt im Moment kein Weg an Michael J. Sullivan vorbei.

Wertung: 4,5/5 Sternen

Donnerstag, 9. April 2015

[REZENSION] Der Turm von Avempartha


Vor etwas über einer Woche hab habe ich euch an dieser Stelle meine Rezension zum ersten Band von Michael J. Sullivans Riyria-Reihe präsentiert. Jetzt geht es weiter mit Band 2: Der Turm von Avempartha.

Wie bereits "damals" erwähnt, handelt es sich bei Riyria um eine High Fantasy Reihe. Im Mittelpunkt steht der Diebesbund Riyria. Dieser hat im Wesentlichen zwei Mitglieder: Hadrian und Royce. Ersterer ist ein kampfstarke Schwertkämpfer, letzterer ein Dieb, der sich hervorragend auf das Knacken von Schlössern versteht.

Auch im zweiten Band nehmen die beiden den Auftrag an, ein Schwert aus einem Turm zu "bergen". Der Turm ist eine alte Elfenfestung und das Schwert die einzige Möglichkeit eine Bestie, die das Umland des Turms terrorisiert, zu stoppen. Schnell ist klar, dass der Auftrag letzten Endes von Esrahaddon [bekannt aus dem ersten Band] stammt und dass es folglich noch um viel mehr gehen muss...

Was hat mir gut gefallen?

Obwohl die Geschichte sehr klassisch ist und viele Standardelemente enthält, ist sie trotzdem keine Fantasy-Massenware. Geschickt verbindet der Autor die klassische Abenteuergeschichte seiner zwei Protagonisten mit einer glaubwürdigen Welt, in der - wie in manch anderem modernem Fantasy-Werk - Politik und Intrigen eine wichtige Rolle spielen.

Was hat mir weniger gut gefallen?

Genau wie beim ersten Band, gab es nichts, das mir gar nicht gefallen hat. Aber genau wie beim ersten Band gab es viele Momente an denen ich Angst hatte, dass es nun sehr klischeehaft werden könnte. Doch bislang hat der Autor noch jedes mal die Kurve gekriegt. 

Wird das Buch dem Klappentext gerecht?

Im Detail ist der Klappentextes meines Erachtens Blödsinn. Groß wird hervorgehoben, dass es um ein Ungeheuer geht, das durch keine von Menschenhand geschaffene Waffe getötet werden kann. In einer Welt in der es Zwerge, Elfen und andere Fantasy-Rassen gibt, wäre es nun wirklich kein Problem an eine Waffe zu kommen, die nicht von Menschenhand gefertigt wurde. Im Buch selbst ist der Zusammenhang zwischen dem Monster und der Waffe, die es töten kann, zum Glück wesentlich logischer. Auch die Abfolge der Ereignisse ist nicht ganz so, wie sie im Klappentext angedeutet wird.
Obwohl die Details falsch sind, kann man aber trotzdem sagen, dass das Buch die Erwartungen erfüllt, die der Klappentext weckt.

Fazit

Mich hat auch der zweite Band gut unterhalten. Die Geschichte ist etwas magischer aber nicht weniger politisch als im ersten Band. Gegen Ende des Buches lernt der Leser noch ein paar neue und wesentliche Details über die Protagonisten kennen, die klar machen, wohin die Reise in den restlichen vier Bänden gehen könnte.
Ein spannendes Buch, das aber vor allem die Bühne für die kommenden Bände bereitet.

Wertung: 4/5 Sternen


Mittwoch, 8. April 2015

[REZENSION] Hollow Earth/Hohle Erde-Trilogie

Die Geschwister Barrowman (November 2012)
Hollow Earth ist eine Jugendbuchtrilogie des Autoren- und Geschwisterpaares Carole E. und John Barrowman. Die ersten beiden Bände sind mittlerweile auch auf deutsch bei Cross Cult erschienen.

Band 1










Im ersten Band, der auf englisch genau wie die Reihe „Hollow Earth“ und auf deutsch „Animare“ heißt, lernt der Leser Em und Matt kennen. Diese sind Zwillinge aber das ist nicht ihre größte Besonderheit. Ihre Vorstellungskraft ist so stark, dass sie Bilder zum Leben erwecken können. Mit dieser Fähigkeit kann man natürlich nicht nur Gutes bewirken. In den falschen Händen kann sie eine fürchterliche Waffe sein. Und so wecken Em und Matt das Interesse vieler Leute: Manche wollen sie beschütze, andere wollen die Welt vor ihnen beschützen und noch andere wollen einen Nutzen aus ihnen ziehen.

Am Anfang wird der Leser schnell mit der besonderen Fähigkeit der Zwillinge konfrontiert, ohne sie sofort komplett verstehen zu können. Im Laufe des Bandes erfährt der Leser dann immer mehr über diese Fähigkeit, die auch andere Menschen in geringerem Maße haben, und die Organisationen, die sich um diese Fähigkeit herum entwickelt haben. Diese "magische" Parallelgesellschaft und die grobe Storyline hat mich ein wenig an Harry Potter erinnert, ist aber natürlich im Detail komplett anders.

Im ersten Band passiert auch schon einiges aber im wesentlichen bereitet er die Bühne für die folgenden Bände.

Alles in allem eine lesenswerte, fantastische Geschichte für junge Leser ab ca. 12 Jahren, die auch für Erwachsene lesenswert ist.

Band 2



"Bone Quill" ist der mittlere Band der Trilogie um die Hohle Erde. Der deutsche Titel lautet „Knochenfeder“. Der zweite Band setzt unmittelbar da an, wo der erste aufgehört hat. Die Geschichte geht im gleichen Stil aber mit zwei kleinen Änderungen weiter. Zum einen nehmen die "Rückblicke" ins Mittelalter, die es auch schon im ersten Buch schon gelegentlich gab, nun wesentlich mehr Raum ein. Waren es dort nur wenige Seiten, so spielt nun etwa ein Drittel des Buches im Mittelalter. Zum anderen ist das Tempo deutlich höher als noch im ersten Band. Beides tut dem Buch aber gut. Ersteres macht die Geschichte komplexer und interessanter, letzteres macht es spannender.

Dadurch, dass die Geschichte deutlich komplexer ist, würde ich nun dazu tendieren die Altersempfehlung für die Reihe auf 14+ Jahren hochzusetzen.

Alles in allem eine sehr gelungene Fortsetzung. Wer Band 1 mochte, wird Band 2 lieben.

Band 3


Der Titel des dritten Bandes lautet „Book of Beasts“. Auf deutsch ist der dritte Band noch nicht erschienen.

Was schreibt man über den Inhalt der dritten Band einer Trilogie? Wer die ersten beiden Bände gelesen hat, wird auch den dritten lesen wollen, wer die ersten noch nicht kennt, dem würde man zu viel verraten. Von daher nur so viel: Genau wie der zweite Band die unmittelbare Fortsetzung des ersten war, setzt der dritte genau da an, wo der zweite aufhört.

Leider konnte mich dieser dritte Band dabei aber nicht begeistern. Zunächst passiert relativ wenig und dann ungefähr das, was man von Beginn des Bandes an erwartet. Vor allem hat mich aber gestört, dass ich 10 Seiten vor Ende noch den Eindruck hatte, dass eigentlich noch ein Band folgen müsst und dann innerhalb von 3 Seiten alles gelaufen war.

Wenn man die ersten beiden Bände gelesen hat, kann man den dritten sicherlich lesen, um die Geschichte komplett zu haben aber wenn der erste, wie der letzte gewesen wäre, hätte ich wohl nicht weiter gelesen.

Fazit

„Hollow Earth“/“Die hohle Erde“ ist eine Jugenbuchtrilogie mit Stärken und Schwächen. Nach einem noch verhaltenen aber durchaus lesenswerten Beginn im ersten Band, nimmt die Geschichte im zweiten Band richtig Fahrt auf. Der dritte Band ist dann aber, aus meiner Sicht, so schwach, dass ich mich schwer tue, die Reihe zu empfehlen.

Wertung: 3,5/5 Sternen

(Das Bild der beiden Autoren wird unter Creative Commons Lizenz CC BY-SA 3.0 verwendet.)

Montag, 6. April 2015

[INTERVIEW] Judith C. Vogt

Judith C. Vogt (fotografiert von Christian Lange)

Die gelernte Buchhändlerin Judith C. Vogt wurde 1981 in der Eifel geboren. 30 Jahre später veröffentlichte sie mit dem Rollenspielroman „Im Schatten der Esse“ ihren ersten Roman. Im Jahr darauf erschien der erste Teil ihrer „Die Geister des Landes“-Trilogie. Mittlerweile hat sie – teilweise zusammen mit ihrem Mann Christian – elf Romane veröffentlicht. Ihr Roman „Die zerbrochene Puppe“ wurde 2013 mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet.

Ihr aktuelles Buch ist der dritte und abschließende Band ihrer Eifel-Mythen-Geek-Jugendbuchtrilogie "Die Geister des Landes". Die Rezension zum dritten Band findet ihr hier und eine weitgehend spoilerfreie Rezension zur gesamten Reihe findet ihr hier.

Hallo, Judith. Herzlich willkommen und vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.

Danke dir für das Interview. Außerdem wünsche ich deinem Bücherblog einen guten Start!

Danke! Nun ist also der dritte und letzte Band von „Die Geister des Landes“ erschienen. Damit ist dein erstes veröffentlichtes Projekt nun abgeschlossen. Was ist das für ein Gefühl?

Erst einmal war ich erleichtert - insgesamt sind es über 1000 Seiten, jetzt müsste doch eigentlich alles zur Zufriedenheit aller aufgelöst sein ... oder? Dann kam die Anspannung, als es erschienen ist: Wie kommt es denn jetzt an? Ist wirklich alles aufgelöst? Hab ich irgendwas vergessen? Ist ein doofer Fehler drin? Oder gleich mehrere? Aber langsam kommen die ersten Rückmeldungen, und grad in der Rollenspieler-Szene scheint es gut anzukommen. Die Rezensentin auf Neue Abenteuer schrieb mir dazu: "Ich finde, wir dürfen auch mal unsere eigene Literatur haben." Das ist natürlich cool, wenn es sich irgendwie ein bisschen als der "RPG-Szenen-Roman" etabliert.

Im Informationstext des dritten Bandes kann man lesen, dass du mit dieser Trilogie deine Jugend aufgearbeitet hättest. Wie viel Autobiographisches steckt tatsächlich in den Büchern?

Viel. In den drei Nerds steckt jeweils ein Stück von mir selbst, das ich natürlich zu Unterhaltungszwecken stark übersteigert und auch ein bisschen persifliert habe. Außerdem - die Verzweiflung, fernab größerer Orte auf nicht existierende Busverbindungen angewiesen zu sein und gleichzeitig das Wissen darum, dass man in wesentlich hässlicheren Ecken der Welt wohnen könnte - das bildet zusammen irgendwie ein kleines Spannungsfeld.
Aber dass ich mit 17 in die World of Darkness geflüchtet bin, hat natürlich seinen Ursprung in der Einsamkeit eines 100-Seelen-Dorfs.


Die Protagonisten sind das, was man heute Nerds oder Geeks nennt: Rollenspieler, Whovians, Firefly-Fans,... Welche nerdigen Interessen hast du selbst?

Ziemlich genau die, die auch im Buch vorkommen. Ich könnte schwer glaubhafte Nerd-Anspielungen auf Comics in einen Text einbauen, denn ich bin kein ausgemachter Comic-Freak (natürlich mache ich Ausnahmen für "Sandman") - genauso wenig bin ich Trekkie, Tabletopper, LARPer oder Cosplayer. Daher überwiegen wohl die Anspielungen aufs Pen and Paper-Rollenspiel, auf Doctor Who, Joss Whedon, Star Wars, Game of Thrones etc.

Mal abgesehen von den Interessen: Mit welchem deiner Protagonisten kannst du dich am meisten identifizieren?

Ich glaube, am Anfang war es Dora (trotz ihres Hangs zur Esoterik), aber im Laufe der Bücher bin ich zu Gregor umgeschwenkt. Ich kann mich, glaube ich, gar nicht so sehr mit ihm identifzieren. Ich würde ihn vermutlich unerträglich finden, wenn es ihn wirklich gäbe. Aber ich finde ihn sehr unterhaltsam.

Um es möglichst spoilerarm zu formulieren: Die eine oder andere Figur im Buch entwickelt so etwas wie „Superkräfte“. Welche Superkraft hättest du selbst gerne und warum?

Am aufregendsten fände ich den Klassiker: Fliegen. Dazu bräuchte ich nicht einmal eine Superkraft - da würde es mir schon reichen, einen verwundeten Drachen zu, ähm, "reparieren", wie Hicks aus "Drachenzähmen leicht gemacht".
Besonders nützlich sind Zeit-Dinge. Zeit verlangsamen, Zeit aufteilen, so dass man mehrere Dinge gleichzeitig tun kann. Aber das ist so schrecklich produktiv, und vielleicht wäre es dann doch nett, sich bei Vollmond in ein Tier mit Reißzähnen zu verwandeln und alles, was man dringend tun müsste, einfach mal zu vergessen.


Im Laufe der Geschichte passiert es nicht nur einmal, dass aus Freundschaft mehr wird. Wie siehst du das? Können Männer und Frauen einfach „nur“ Freunde sein?

Auf jeden Fall. Mein Freundeskreis besteht zum, ich glaube, überwiegenden Teil aus Männern, und wir kommen sehr gut damit klar, Freunde zu sein. Wir sind allerdings auch alle in stabilen Beziehungen, was das Ganze, glaub ich, sehr erleichtert ... Und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich als Jugendliche ebenfalls häufig mit Jungs befreundet war, es dann allerdings häufiger mal vorkam, dass entweder ich auf einmal heftig in jemanden verliebt war, der mich nur als Kumpel sah, oder der Junge in mich verliebt war, ich jedoch nicht in ihn ... Vermutlich sucht man in dieser Zeit auch einfach noch stärker und hofft dann, dass aus Freundschaft dann doch die große Liebe wird. Jetzt bin ich Mitte Dreißig und kann prima mit meinen Freunden Bier trinken.

Mit der Morrigan, die – spätestens seit Kevin Hearnes „Chronik des eisernen Druiden“ - auch zu meinen Lieblingssagengestalten gehört, hat es eine Figur in die Geschichte geschafft, die nicht im besonderen Maße mit der Eifel verbunden ist. Wie kam es dazu?

Die Morrigan kenne ich schon sehr lange (ich weiß gar nicht mehr, woher ursprünglich). Sie ist nicht mit der Eifel verbunden, aber was auf jeden Fall mit der Eifel verbunden ist, sind dreifache Göttinnen - und da habe ich gedanklich immer wieder den Bezug zur Morrigan hergestellt. Ihr Name ist ja auf jeden Fall irisch, aber von den Festlandkelten ist auch nicht viel überliefert. Wer weiß schon, ob sie neben der segensspendenden Dreiheit der Matronen nicht auch eine kriegerische dreifache Frauengestalt angebetet haben?

Zum Teil schreibst du ja auch mit deinem Mann zusammen. Wenn man weiß, dass er sich beruflich mit Geothermie beschäftigt hat, könnte man auf den Gedanken kommen, dass auch „Die Geister des Landes“ nicht völlig frei von seinem Einfluss ist. Erzähl uns etwas darüber!

Christian ist Physiker und hat im Bereich der Geothermie promoviert. Da auch ein Stück Öko-Edi in mir steckt, reden wir viel über regenerative Energien, Erdwärme, dass CO2 im Untergrund von Maria Laach "lauert" usw. Das macht die Ideenfindung natürlich einfacher - und ich weiß dann auch direkt, wen ich frage, wenn ich Hilfe bei der Recherche brauche ...
Außerdem gibt's natürlich im Umfeld des Charakters Nils Vogel einige Anspielungen auf die RWTH und Institute mit dämlichen Abkürzungen.
Christian ist auch bei den Romane, bei denen er nicht mitschreibt, der erste Testleser.


Das Ende des Buches bietet ja durchaus Möglichkeiten die Geschichte irgendwann weiterzuführen. Gibt es in der Hinsicht konkrete Pläne?

Konkrete Pläne nicht. Aber wir waren vor ziemlich genau 8 Jahren (war auch im April) in Island, und der Snaefelljökull wird tatsächlich "das dritte Auge der Erde" genannt. Damals kamen mir so Ideen, was die Unauffälligen vorhaben könnten - und vielleicht geht es dann tatsächlich irgendwann mal weiter und die vier Protagonisten machen ein Auslandssemester in Island.

Welche anderen Projekte gibt es, von denen du uns schon erzählen kannst?

2016 wird es ziemlich wahrscheinlich eine Fortführung von "Die zerbrochene Puppe" geben. Der Arbeitstitel ist momentan "Die verlorene Puppe", und es wird keine Fortsetzung werden, sondern ein zweiter Roman in der gleichen Steampunk-Eiszeit-Welt. Allerdings mit Gastauftritten.
Vorher gibt es noch weiteres Futter für ebendiese Welt, nämlich für Spieler des Rollenspiels FateCore (oder Leute, die es werden wollen) wird in diesem Jahr ein Settingband namens "Eis&Dampf" erscheinen. Daran haben wir mit ziemlich vielen Leuten aus der Rollenspielschreiberszene zusammengearbeitet, weshalb der Band sehr vielseitig wird, und wir freuen uns schon sehr drauf.


Bevor wir zum Ende kommen noch eine letzte Frage, um es dem nächsten, der dich interviewen darf, leichter zu machen: Welche Frage würdest du gerne mal in einem Interview gestellt bekommen?

Ich fand deine Fragen sehr kreativ - super, vielen Dank! Ich kann eher sagen, welche Frage ich nicht gestellt bekommen möchte: Nämlich "Woher hast du deine Ideen?" Schreckliche Frage. Ich hab schon überlegt zu antworten: "Die gibt es alle paar Wochen im Aldi im Sonderangebot, man muss nur dienstags früh genug da sein."
Ich finde auch "Entweder - oder"-Fragen können lustig sein. So was wie "Van Gogh oder Mucha?", "David Tennant oder Matt Smith?" oder "Buffy oder Twilight?" Okay, die letzte war blöd. Da gibt es ja nur eine mögliche Antwort. ;)


Auf die "David Tennant oder Matt Smith"-Frage meiner Meinung nach übrigens auch. ;) Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Dir auch noch mal vielen Dank!

[REZENSION] Die Geister des Landes - Aus der Tiefe


"Die Geister des Landes - Aus der Tiefe" ist der dritte und abschließende Band von Judith C. Vogts Eifel-Mythen-Geek-Jugendbuchtrilogie, die beim Aachener Ammianus-Verlag  erschienen ist. In der folgenden Rezension setze ich die ersten beiden Bände als bekannt voraus. Falls ihr die ersten beiden Bände noch nicht kennt und keine Spoiler lesen wollt, findet ihr hier die Rezension zur gesamten Trilogie. Außerdem gibt es hier auch noch ein Interview mit der Autorin.

Worum geht es?

Fiona und ihre drei geekigen Freunde Dora, Edi und Gregor sind in einen seltsamen Kampf verwickelt worden. Sie versuchen die wieder zum Leben erweckten Mythengestalten der Eifel vor den Machenschaften von CRAFE zu beschützen. Letzteres ist eine Firma von "gesichtslosen" Männern und Frau, die versuchen aus den mythischen Energien der Eifel Profit zu ziehen.
Am Ende des zweiten Bandes sieht es für die vier nicht allzu gut aus: Fiona wurde von den Gesichtslosen die Fähigkeit zum Wahrträumen genommen, Gregor wurde von einem Werwolf gebissen und auch um Frau Wolter, die einzige erwachsene Verbündete der jugendlichen Protagonisten steht es nicht gut. Außerdem hat es CRAFE geschafft Grannus und einen weiteren Gott zu töten. Aber es gibt auch einen kleinen Lichtblick: Während Fiona die Träume genommen wurden, hat sie es geschafft, sich und ihre Freunde aus dem Kollektivgedächtnis von CRAFE zu löschen.

Der dritte Band setzt nahtlos da an, wo der zweite aufgehört hat. Da sich CRAFE nicht mehr an sie erinnert, steht für die Jugendlichen erst einmal Alltag an. Alltag fühlt sich jedoch nicht nur für Gregor, der fürchtet selbst zum Werwolf zu werden, falsch an. Aber noch bevor sie selbst wieder aktiv werden können, überschlagen sich die Ereignisse...

Was ist das Besondere an diesem Buch?

Urban Fantasy mit jugendlichen Protagonisten ist heute nichts außergewöhnliches mehr. Abgesehen davon, dass die Eifel eher rural (dt. ländlich) als urban ist, machen die Protagonisten einen großen Unterschied. Diese sind nämlich regelrechte Vorzeigegeeks und so ist auch das Buch voll mit Anspielungen auf Rollenspiele (vor allem Das Schwarze Auge und Shadowrun), TV Serien (Firefly, Doctor Who, True Blood,...) und ähnliches.

Was hat mir gut gefallen?

Vieles! Da ich ähnlich geekig veranlagt bin wie die jugendlichen Helden, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. In vielen anderen Büchern findet man einzelne geekige Charaktere, die oft unrealistisch überspitzt dargestellt sind. Hier merkt man, dass die Autorin selbst ähnliche Interessen hat und über etwas schreibt, das sie kennt und versteht.

Die Story ist gut durchdacht und bietet das, was ich gerne phantastischen Realismus - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stilrichtung in der Malerei - nenne. Es gibt viele phantastische und auch ein paar futuristische Elemente. Trotzdem bleibt die Story, innerhalb des dadurch abgesteckten Rahmen, immer logisch. Außerdem ist die Story im Großen und Ganzen spannend.

Auch der dritte Band bieten im Anhang wieder den sogenannten Mythenführer mit weitergehenden Informationen über die vorkommenden Mythengestalten. Auf diesem Wege kann man sogar noch ein wenig lernen.

Was hat mir weniger gut gefallen?

Eigentlich gibt es nur einen Punkt, der mir gar nicht gefallen hat. Das Wort Eksikkator wird für ein Gerät benutzt, das nichts mit den beiden Geräten zu tun hat, für die man in der realen Welt diesen Begriff verwendet. Sehr irritierend!

Ansonsten waren es wirklich nur Kleinigkeiten, die ich nicht ideal fand.

Die Autorin versteht es Spannung auf und wieder ab zu bauen. Es gibt aber die eine oder andere Stelle, an der mir die Spannung ein wenig zu weit abfällt. Diese Phasen sind dann aber immer kurz genug, so dass es nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Auch die Liebesgeschichte(n) hätte ich nicht unbedingt gebraucht aber das ist halt Geschmackssache. Zumindest kann man sagen, dass sie nicht kitschig war(en).

Fazit

"Die Geister des Landes  - Aus der Tiefe" ist der sehr gelungene Abschluss einer tollen, phantastischen Jugendbuchtrilogie, die sehr von den geekigen Charakteren und dem lokalen Bezug lebt. Wer weder selbst Geek ist, noch einen Bezug zur Eifel hat, wird möglicherweise mit der Geschichte nicht warm werden.

Für Geeks lesenswert und für Geeks aus der Eifel ein Must-Read.

Wertung: 4,5/5 Sternen

Vielen Dank an Judith C. Vogt und den Ammiamus-Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

[REZENSION] Die Geister des Landes - Die Trilogie


Die Geister des Landes - Das Erwachen (Band 1)

"Die Geister des Landes" ist eine Jugendbuchtrilogie von Judith C. Vogt, die vom Aachener Ammianus-Verlag veröffentlicht wurde. Der erste Band erschien 2012, der zweite 2013 und der letzte 2015. Die Rezension zum dritten Band findet ihr hier. Aber Vorsicht: Wenn ihr die Trilogie noch gar nicht kennt, könntet ihr dort mehr über Band 1 und 2 erfahren, als euch lieb ist.
Außerdem gibt es hier auch noch ein Interview mit der Autorin.

Worum geht es?

Fiona (17), eine ganz normale Schülerin, hat plötzlich sehr lebhafte, prophetische Träume von zum Leben erwachten Mythengestalten. Da sie nicht für verrückt gehalten werden will, wendet sie sich an drei Mitschüler, die sie selbst nicht für ganz normal hält - die drei Geeks Dora, Edi und Gregor. Dora ist Hexe in zweiter Generation (natürlich zunächst[?] ohne magische Fähgkeiten), Edi ist Öko- und Computerfreak und Georg interessiert sich für Schwerter. Außerdem sind alle drei Rollenspieler...

Schnell stellt sich heraus, dass Fionas Träume tatsächlich wahr sind. Es gibt tatsächlich lebende Hinzenmänner, Feyen und weitere aus Eifelmythen bekannte Gestalten.

Im weiteren Verlauf der Geschichte tauchen dann auch noch "gesichtslose" Männer auf, die scheinbar einen Nutzen daraus ziehen die Mythengestalten zu erwecken und dann zu töten.

So kommt es, dass sich die vier Schüler bald im Kampf gegen die Firma der "gesichtslosen" Männer befinden. Dieser führt sie zunächst quer durch die Eifel, später (in Band 2) dann auch nach Aachen und schließlich wieder mitten in die Eifel.

Aber es geht nicht nur um die Mythen und den gemeinsamen Kampf. Auch ganz große Gefühle spielen eine Rolle.

Die Geister des Landes - Aus der Tiefe (Band 3)
Die Geister des Landes - Gesichtslos (Band 2)




















Was ist das besondere an dieser Trilogie?

Urban Fantasy mit jugendlichen Protagonisten ist heute nichts außergewöhnliches mehr. Abgesehen davon, dass die Eifel eher rural (dt. ländlich) als urban ist, machen die Protagonisten einen großen Unterschied. Diese sind nämlich regelrechte Vorzeigegeeks und so sind auch die drei Bücher voll mit Anspielungen auf Rollenspiele (vor allem Das Schwarze Auge und Shadowrun), TV Serien (Firefly, Doctor Who, True Blood, 24,...) und ähnliches.

Was hat mir gut gefallen?

Vieles! Da ich ähnlich geekig veranlagt bin wie die jugendlichen Helden, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. In vielen anderen Büchern findet man einzelne geekige Charaktere, die oft unrealistisch überspitzt dargestellt sind. Hier merkt man, dass die Autorin selbst ähnliche Interessen hat und über etwas schreibt, das sie kennt und versteht.

Die Story ist gut durchdacht und bietet das, was ich gerne phantastischen Realismus - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stilrichtung in der Malerei - nenne. Es gibt viele phantastische und auch ein paar futuristische Elemente. Trotzdem bleibt die Story, innerhalb des dadurch abgesteckten Rahmen, immer logisch. Außerdem ist die Story im Großen und Ganzen spannend.

Alle drei Bände bieten im Anhang - dem sogenannten Mythenführer - weitergehende Informationen über die vorkommenden Mythengestalten. Auf diesem Wege kann man sogar noch ein wenig lernen.

Was hat mir weniger gut gefallen?

Eigentlich gibt es nichts, das mir gar nicht gefallen hat. Die Autorin versteht es Spannung auf und wieder ab zu bauen. Im Laufe der drei Bände gibt es die eine oder andere Stelle, an der mir die Spannung ein wenig zu weit abfällt. Diese Phasen sind dann aber immer kurz genug, so dass es nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Im ersten Band haben mich die technisch-futuristischen Aspekte irritiert, weil sie so gar nicht zum Rest der Geschichte passen wollten. Im weiteren Verlauf fügt sich dann aber alles so zusammen, dass es passt.

Auch die Liebesgeschichte(n) hätte ich nicht unbedingt gebraucht aber das ist halt Geschmackssache. Zumindest kann man sagen, dass sie nicht kitschig war(en).

Fazit

"Die Geister des Landes" ist eine tolle, phantastische Jugendbuchtrilogie, die sehr von den geekigen Charakteren und dem lokalen Bezug lebt. Wer weder selbst Geek ist, noch einen Bezug zur Eifel hat, wird möglicherweise mit der Geschichte nicht warm werden.

Für Geeks lesenswert und für Geeks aus der Eifel ein Must-Read.

Wertung: 4,5/5 Sternen