Donnerstag, 28. Mai 2015

[TOP TEN THURSDAY] Zehn Bücher aus dem Heyne-Verlag


Der Top Ten Thursday (TTT) ist eine Aktion, die seit Februar 2011 läuft. Diese Woche ist der 210. TTT aber für mich ist es der erste. Worum geht es beim TTT? Um Listen. Bücherlisten. Jede Woche stellen Blogger ihre persönlichen Listen zu einem vorgegebenen Thema zusammen. Das Thema dieser Woche lautet: "Zehn Bücher aus dem Heyne-Verlag".

Da die Bücher meines absoluten Lieblingsautors - Sir Terry Pratchett - eine Zeit lag im Heyne-Verlag erschienen sind, könnte ich aus der Liste eine Liste meiner 10 liebsten Scheibenwelt-Romane machen aber ich habe mich dagegen entschieden. Stattdessen habe ich mich auf ein Buch pro Autor beschränkt. Fangen wir also an.

Sonntag, 24. Mai 2015

[INTERVIEW] Werner Karl

Werner Karl fotografiert von Thomas Heuchling
Der dritte Band von Werner Karls Spiegelkrieger-Trilogie ist Anfang des Monats als Taschenbuch erschienen. Meine Rezension zum ersten Band findet ihr hier. Außerdem hatte ich das Vergnügen den Selfpublishing-Autor über sein Schaffen zu interviewen.

Hallo, Werner! Herzlich willkommen in der Bibliothek von Imre! Es freut mich, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst.

Dank zurück; als Self-Publisher freut mich euer Interesse. Ja, Zeit, das ist für mich das Wichtigste überhaupt. Ich habe einen Vollzeitberuf in der Druckindustrie; bin dort für Verkauf, Beratung und technische Fragen zuständig. Sehr oft auch als so genannter Troubleshooter und Schulungsleiter. Da gehen allein schon mal mind. 45 Wochenstunden drauf. Dazu Familie, die ihre selbstverständlichen Rechte hat und bekommt. Der Rest gehört der Schreibarbeit. Ich frage mich gerade, wie ich da mehrere Bücher, etliche Kurzgeschichten und dazu noch meine Arbeit als Chefredakteur des Buchrezicenter hinbekomme (grins).

[REZENSION] Druide der Spiegelkrieger

Titel: Druide der Spiegelkrieger
Reihe: Spiegelkrieger (Band 1 von 3)
Autor: Werner Karl
Verlag: Selbstverlag/Create Space
Format: Taschenbuch
weitere Ausgabe: eBook
Erscheinungsjahr: 2014 (eBook), 2015 (Taschenbuch)
Genre: Fantasy, Alternate History
Seitenzahl: 488
Preis: € 14,95 [Buch] | € 3,99 [eBook]
ISBN: 978-1505296495

Leseproben: Kapitel 4, Kapitel 7






"Druide der Spiegelkrieger" ist der erste Band der Spiegelkrieger-Trilogie von Werner Karl. Mehr über den Autor erfahrt ihr im Interview, mehr über das Buch erfahrt ihr jetzt und hier.

Worum geht es?

Britannien, A.D. 179. Ganz Britannien ist von den Römern besetzt. Ganz Britannien? Nein, ein von unbeugsamen Pikten bevölkertes Gebiet (ungefähr das heutige Schottland) hört nicht auf den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Damit hören die Parallelen zu dem berühmtesten gallischen Dorf der Comicgeschichte aber auch schon auf. Wobei... Ein Zaubertrank spielt auch eine Rolle...

Aber nochmal von vorne. Der Roman spielt im römisch besetzten Britannien des 2. Jahrhunderts und beschäftigt sich mit der Frage, warum die Pikten den Römern so erfolgreich Widerstand leisten konnten. Das Setting ist dabei das historische aber die Erklärung, die dem Leser geboten wird, ist eine phantastische.

Im Mittelpunkt steht der piktische Druide Túan mac Ruith der einen Weg gefunden hat tote Piktenkrieger wieder zu Leben zu erwecken und nun ein Heer aufbaut um den Hadrianswall zu stürmen.

In einer ganz und gar nicht nebensächlichen Nebenhandlung trifft er auf eine Römerin, in die er sich verliebt.

Freitag, 22. Mai 2015

[REZENSION] Entschuldigen Sie, waren wir nicht mal im Bett?



Titel: Entschuldigen Sie, waren wir nicht mal im Bett?
Autor: Jens Clasen
Verlag: Goldmann
Format: Taschenbuch
weitere Ausgabe: eBook
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Humor, O-Ton
Seitenzahl: 221
Preis: € 7,99 [D] | € 8,30 [A] | CHF 11,50
ISBN: 978-3-442-17441-6
Leseprobe: hier






Mitgehörte Gespräche können sehr lustig sein. In den vergangenen Jahren waren das Buch "Enschuldigung sind sie die Wurst?" und seine 2 Nachfolgebände sehr erfolgreich. Diese Bücher boten genau das: Mitgehörte Gespräche. An diesen Erfolg soll nun das neue Buch von Jens Clasen anknüpfen. Diesmal geht es aber nicht um irgendwelche Gespräche, sondern den Gesprächsklassiker überhaupt: Gespräche zwischen Mann und Frau.

Wer Jens Clasen kennt, wird sich nicht wundern, dass er sich gerade dieses Thema ausgesucht hat. Immerhin ist er Textchef der deutschen Ausgabe des Männermagazins "Men's Health". Außerdem bloggt er seit 2010 über "Männerthemen und solche, die es werden sollten".

Laut Klappentext hat er für das Buch "in Deutschlands Küchen, Cafés, Bahnen und Büros [...] gelauscht".

Das Buch gliedert sich in neun Teile, die thematisch sortiert sind. Die Themen lauten: Aussehen, Sex, Familie, Haushalt, Arbeit, Technik, Sport und "der ganze Rest". Jeder Teil wird durch eine Illustration von Frank Flöthmann, von dem auch die Coverillustration stammt, und einen kurzen Text von Jens Clasen eingeleitet.

Donnerstag, 21. Mai 2015

[NEWS] RPC Fantasy Awards - Die Gewinner

Am Wochenende war es wieder so weit; im Rahmen der Role Play Convention wurde in Köln der RPC Fantasy Award verliehen. Vor etwa drei Wochen hatte ich euch hier die Nominierten in der Kategorie Literatur vorgestellt. Heute möchte ich euch die Preisträger vorstellen.

Dienstag, 19. Mai 2015

[INTERVIEW] Otto Redenkämper


In "Dat Leben ist kein Trallafitti!" berichtet der Gelsenkirchener Rentner Otto Redenkämper aus seinem Leben. Die Rezension zum Buch findet ihr hier. Im folgenden Interview spricht er über sein Leben und natürlich auch über das Buch.

[REZENSION] Dat Leben is kein Trallafitti



Titel: Dat Leben is kein Trallafitti - Der Fenster-Rentner erklärt   die Welt
Autor: Otto Redenkämper
Verlag: Fischer
Format: Taschenbuch
weitere Ausgabe: eBook
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Humor, Regionales (Ruhrgebiet)
Seitenzahl: 208
Preis: € 8,99 [D] | € 9,30 [A]
ISBN: 978-3-10-403067-8

Leseprobe: hier






Seit nunmehr ziemlich genau 5 Jahren treibt Otto Redenkämper, der fiktive(?) Fensterrentner aus Gelsenkirchen-Buer, nun schon im Internet sein Unwesen. Zunächst berichtete er bei Twitter aus seinem Alltag; später dann auch auf seinem eigenen Blog und auf Facebook. Ende 2014 ist dann das erste Buch mit seinen Geschichten erschienen. Dieses trägt den Titel "Dat Leben is kein Trallafitti - der Fester-Rentner erklärt die Welt". (Mein Interview mit dem Fensterrentner findet ihr hier.)

Sonntag, 10. Mai 2015

[CROWDFUNDING] André Wiesler - Protektor

(C) André Wiesler
Heute möchte ich euch ein Crowdfundingprojekt vorstellen. Auf der deutschen Crowdfundingplattform Startnext ist Freitag ein Projekt des Wuppertaler Autors André Wiesler in die Finanzierungsphase gestartet. Mittlerweile hat er 13 eigene Bücher veröffentlicht. Außerdem ist er Poetry Slammer, Übersetzer und Spieleentwickler.

Für sein aktuelles Romanprojekt "Protektor - Monsterjäger mit Sockenschuss" hat er keinen Verlag gefunden. Abgelehnt wurde das Buch seiner Aussage nach damit, "dass der Mystery-Leser an sich, keinen Humor habe". Dass wollte Wiesler nicht glauben und ich glaube es auch nicht. Deshalb habe ich mich entschieden sein Projekt zu unterstützen und euch möchte ich einladen, euch das Projekt näher anzuschauen, wenn ihr gerne Mystery lest und euch vorstellen könnt auch mal ein lustiges Mysterybuch zu lesen. Hier könnt ihr mehr über das Projekt erfahren:


[NEWS] Deutscher Phantastikpreis: Die Vorrunde hat begonnen


Seit 1999 wird jedes Jahr der Deutsche Phantastikpreis verliehen. Der Preis ist nicht dotiert, findet aber, da er ein reiner Publikumspreis ist, große Beachtung.

Wie auch schon in den Vorjahren gibt es eine Vorrunde im Frühjahr, eine Hauptrunde im Sommer und eine Preisverleihung im Herbst auf dem zeitgleich zur Frankfurter Buchmesse stattfindenen Buchmesse-Con.

Die Vorrunde läuft dieses Jahr vom 09.05. bis zum 07.06. Bei der Vorrunde handelt es sich um eine Nominierungsrunde, d.h. es können Vorschläge eingereicht werden. Gesucht werden der beste deutschsprachige Roman, der beste deutschsprachige Debütroman, die beste deutsche Kurzgeschichte, der beste internationale Roman, beste Anthologie, beste Reihe, das beste Sekundärwerk, der bester Graphiker und die beste Internetseite. Zur Nominierung zugelassen sind ausschließlich Veröffentlichungen aus dem Jahr 2014.

Hier könnt ihr euch an der Nominierung/Abstimmung beteiligen: Deutscher Phantastikpreis.

Dienstag, 5. Mai 2015

[NEUZUGÄNGE] Demnächst lese ich...

Neu in meinem Bücherregal

Hallo ihr Lieben,

eigentlich ist dieser Post eine Vorschau auf das, was euch die nächsten Wochen hier erwartet aber da ich meinen letzten Vorschau-Post noch gar nicht abgearbeitet habe, nenne ich das ganze einfach anders.

Oben links sehr ihr die Hörbücher zu "Die Furcht des Weisen" von Patrick Rothfuss. Randomhouse war so nett mir diese Rezensionsexemplare zur Verfügung zu stellen. Sobald ich mit dem Hörbuch zum ersten Band fertig bin werde ich damit starten. Da die beiden hier abgebildeten Hörbücher eine Gesamtspieldauer von fast 44 Stunden haben, wird es aber wohl dauern, bis ich damit durch bin.

Rechts im Bild findet ihr "The Sleeper and the Spindle". Chris Riddell hat Gaimans Neuinterpretation des Dornröschenstoffes wunderschön illustriert. Schon bald werdet ihr hier und auch bei den Lesekatzen mehr über dieses Buch lesen können.

Auch Steinfests "Das grüne Rollo" werde ich zusammen mit Kay von den Lesekatzen lesen. Das Buch ist mir in einer Fernsehsendung zur "Leipziger Buchnacht" aufgefallen.  Ich bin sehr gespannt darauf.

Zu guter Letzt noch ein echtes Sammlerstück. "Invasion der Tiefen Wesen" ist der aktuelle Band der Festa Sammlerausgaben - auf 666 Exemplare beschränkte, signierte Ausgaben, die nicht in den Buchhandel kommen, sondern nur direkt vom Verlag bezogen werden können. Der aktuelle Band enthält Lovecrafts "Schatten über Innsmouth" und eine Fortsetzung von Brian Lumley.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen. Wie ihr seht, werde ich ihn die nächsten Wochen haben.

Gruß,
Dibbler.

Sonntag, 3. Mai 2015

[INTERVIEW] Michael M. Thurner

Michael M. Thurner (2013, fotografiert von Xanathon)
Michael Marcus Thurner ist seit 13 Jahren professioneller Autor. Neben Beiträgen zu einigen Heftserien hat er auch SciFi-Romane geschrieben. 2013 erschien mit "Der Gottbettler" sein erster Fantasy-Roman. Dieses Jahr erschien mit "Der unrechte Wanderer" ein weiterer Roman, der in der gleichen Welt angesiedelt ist. Eine Rezension zum neuen Buch findet ihr hier.

Hallo, Michael. Schön, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Auch wenn du schon seit über 10 Jahren schreibst, wird dich wahrscheinlich nicht jeder kennen. Stell dich doch mal kurz vor.

Servus André, alsdann: Ich bin 1963 geboren, lebe seit jeher in Wien, habe zwei mittlerweile erwachsene Kinder und hab wohl kein typisches Berufsleben hinter mir. Irgendwann hab ich zusammengezählt, dass ich mich in ca. 30 verschiedenen Jobs und Berufsfeldern versucht habe. Das ist meist ohne großen Nachhall geblieben. Außer, dass ich danach jeweils gewusst habe, wofür ich NICHT geeignet bin. Ich hatte aber auch die Chance, in Traumjobs zu arbeiten. Und war danach meist ziemlich desillusioniert. Dass ich nunmehr seit 13 Jahren hauptberuflich vom Schreiben lebe, ist eher ungewöhnlich. Aber es mag sein, daß ich irgendwann davon auch genug habe und was Neues ausprobiere.

Du schreibst seit Jahren für diverse Heftserien (Perry Rhodan, Atlan, Maddrax). Heftromane sind – abgesehen von ein paar Jerry Cotton und Butler Parker Heften in meiner Jugend – völlig an mir vorbeigegangen. Einige, allen voran Perry Rhodan, sind ja sehr erfolgreich. Worin liegt die besondere Faszination dieser Reihen?

Ich hab, ehrlich gesagt, selbst noch nicht genau durchschaut, warum ich PERRY RHODAN und andere Serien lese. (Letztlich bin ich ja auch Fan und Leser.) Serien, deren Roman aufeinander aufbauen und eine immer weiter fort geschriebene Historie zeigen, sind halt wegen ihrer Komplexität höchst interessant. Man hat Lieblingsfiguren und Schauplätze, die man besonders mag. Oder man taucht in völlig fremde, exotische Welten ein. Liebt und leidet mit ... Es ist eigentlich wie mit jedem Buch, das man mag. Und man hat den Bonus, dass der Inhalt dieses Buchs Woche für Woche erweitert wird.

Heftromane stehen ja – Stichwort Groschenromane – in dem Ruf literarisch minderwertig zu sein. Wie siehst du das?

Dieses Vorurteil hatte schon in den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts keine Berechtigung mehr. Mir ist schon klar, dass lange Zeit Nasen gerümpft wurden, wenn von Heftromanen die Rede war. Aber Abgrenzungen zwischen "normaler" Unterhaltungsliteratur und dem Heftroman gibt es heute kaum noch. Bei PERRY RHODAN haben zum Beispiel die Bestseller-Autoren Andreas Eschbach, Gisbert Haefs, Tanja Kinkel, Markus Heitz etc. Gastbeiträge abgeliefert. Andererseits sind die meisten meiner Autorenkollegen, die überwiegend bei Serien mitschreiben, auch anderwärtig aktiv. Als Sachbuch-Autoren, im Filmgeschäft, als Kinderbuchautoren etc.

Die Heftserien für die du schreibst und auch deine ersten Romane sind SciFi. Seit 2013 („Der Gottbettler“) schreibst du nun Fantasy. Wie kam es dazu?

Die Antwort ist banal: Ich wollte es so. Ich hab bei Blanvalet gesagt, daß ich mich gerne mal im Fantasy-Genre versuchen wollte. Mit den beiden bei Heyne erschienenen SF-Büchern hatte ich vorgezeigt, dass ich mich schriftstellerisch durchaus im Buchformat bewegen konnte, also waren die Verhandlungen recht einfach.

War von Anfang an klar, dass deine Fantasy-Romane unter dem gleichen Namen erscheinen oder stand auch mal ein Pseudonym im Raum?

Nein, ein Pseudonym wollte ich nicht. Ich möchte ja durchaus auch haben, dass PERRY RHODAN-Leser mal zu einem Buch von mir greifen. Das gilt selbstverständlich auch für den umgekehrten Weg.

Du selbst sprichst im Zusammenhang von „Der Gottbettler“ und „Der unrechte Wanderer“ von Dark Fantasy. Man könnte es auch Dirty Fantasy nennen. Warum schilderst du uns so eine schmutzige und „schlechte“ Welt?

Ich möchte es dem Leser nicht zu einfach machen. Ich habe mich bewußt dafür entschieden, eine Welt zu entwickeln, in der es kein Schwarz und kein Weiß gibt, sondern viele graue Zwischentöne. Mir ist durchaus klar, dass ich einen Teil der möglichen Leserschaft abschrecke. Weil meine Wortwahl und meine Beschreibungen manchmal schmerzen. Ich hoffe aber schon, den Leser zu faszinieren und ungewöhnliche Bilder zu zeichnen.

Die Treibgierde [ein Gebilde das im aktuellen Buch eine wesentliche Rolle spielt] könnte ich mir, mit einer anderen Ursache, auch gut in einem SciFi-Roman vorstellen. Wie beeinflusst dein SciFi-Hintergrund dein Schreiben?

Nicht sonderlich. Die Treibgierde hab ich im ersten Buch, im "Gottbettler", schon mal en passant beschrieben. Ohne damals wirklich zu wissen, was sie darstellte. Und als ich mir über den Inhalt des zweiten Buchs "Der unrechte Wanderer" den Kopf zerbrochen hab, erschien mir die Treibgierde als netter Aufhänger für eine neue Geschichte.

Eigentlich frage ich Autoren gerne, wieviel von ihnen selbst in ihren Figuren steckst. Da die Figuren in „Der unrechte Wanderer“ eher interessant als sympathisch sind, traue ich mich nicht, diese Frage zu stellen. Stattdessen möchte ich dich fragen, welchen Charakter du beim Schreiben selbst am interessantesten fandest?

Ich bin beim Schreiben stets sehr nahe an meinen Figuren dran. Manche von ihnen entwickeln ein Eigenleben oder bewegen sich in Richtungen, die ich eigentlich so nicht wollte. Das sind auch oft die stärksten Charaktere. Besonders ausgeprägt war das diesmal bei Amelia Dusong (die eine sehr heftige Wandlung durchmacht) und der Gnom Polpertin. Bei Letzterem überlege ich mir, ob ich ihn nicht in den Mittelpunkt eines weiteren Buches stellen sollte. Oder aber auch Ox, der mir noch nicht viel über seine Vorgeschichte verraten hat.
Wusstest du, als du mit dem Schreiben angefangen hast, was im Detail passieren würde oder ist die Geschichte erst beim Schreiben entstanden?

Beim unrechten Wanderer hatte ich ungefähr zwei Drittel des Textes vorskizziert. Ich hatte eine ungefähre Ahnung, wie das Ende sein würde. Aber letztlich ist es ganz anders als gedacht gekommen.

Ich hoffe, ich spoilere nicht zu sehr, wenn ich sage, dass das Ende von „Der unrechte Wanderer“ Raum für einen weiteren Roman in dieser Welt, vielleicht sogar für eine direkte Fortsetzung bietet. Schreibst du schon an einem weiteren Band?

Voraussichtlich im Feber 2016 kommt bei Blanvalet der Roman "König in Ketten" raus, ein weiteres Fantasy-Buch. Es ist zwar in derselben Welt angesiedelt, verwendet aber bloß einige Begrifflichkeiten. Personen, die aus dem "Unrechten Wanderer" bekannt sind, kommen in diesem Roman nicht vor.

Welche anderen aktuellen Projekte, über die du schon sprechen kannst, verfolgst du zur Zeit?
Was Buchprojekte betrifft, gibt es nix Konkretes. Da folgen in den nächsten Wochen einige Gespräche. Kann sein, dass ich mal eine Fantasy-Pause einlege und was anderes ausprobiere.


Bevor wir zum Ende kommen noch eine letzte Frage, um es dem nächsten, der dich interviewen darf, leichter zu machen: Welche Frage würdest du gerne mal in einem Interview gestellt bekommen?

Hm. Schwierig. Wie wär's mit: "Wie kann man bloß so verrückt sein und Autor werden?"

Gute Frage. Vielen Dank für das Interview.

[REZENSION] Der unrechte Wanderer


Titel: Der unrechte Wanderer
Autor: Michael Marcus Thurner
Verlag: Blanvalet
Format: Paperback
weitere Ausgabe: eBook
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: (Dark) Fantasy
Seitenzahl: 512
Preis: € 13,99 [D] | € 14,40 [A] | CHF 19,50
ISBN: 978-3-442-26404-9

Leseprobe: hier





"Der unrechte Wanderer" ist der zweite Fantasyroman aus der Feder von Michael M. Thurner, der sich als Autor der Heftserien Perry Rhodan, Atlan und Maddrax einen Namen gemacht hat. Außerdem hat der Wiener auch schon zwei SciFi-Romane geschrieben, die beide im Heyne-Verlag erschienen sind. (Mein Interview mit Michael M. Thurner findet ihr hier.)

Worum geht es?

"Der unrechte Wanderer" ist in der selben Welt angesiedelt wie auch schon Thurners erster Fantasyroman "Der Gottbettler".

Der Vorgängerband
Die Welt in der beide Romane spielen ist eine sehr magische. Das soll aber nicht bedeuten, dass sie schön oder idyllisch ist, sondern primär dass Magie eine wichtige Rolle spielt. Die Welt selbst ist eher dreckig, schmutzig und, wenn man das Wort im Zusammenhang mit einer magischen Fantasy-Welt überhaupt gebrauchen darf, realistisch. Genau wie im irdischen Mittelalter ist auch das Leben in der hier geschilderten Welt für die einfache Bevölkerung kein Zuckerschlecken.
Verschlimmert wird die Situation aber noch durch die Magie. Magier und Hexen bekämpfen einander und stören sich nicht daran, wenn Unbeteiligte zu Schaden kommen. Besonders schlimm tobt dieser Kampf innerhalb der Treibgierde. Bei dieser handelt es sich um ein seltsames Gebilde, das man am ehesten mit dem Wort Zeitblase umschreiben könnte. Normalerweise gelangt nichts in die Treibgierde hinein oder aus ihr heraus. Wenn doch einmal etwas hinauskommt, wird es teuer gehandelt.
Eines Tages "fällt" ein Mann aus der Treibgierde hinaus. Da Eldar sich zunächst nicht an viel mehr als seinen Namen erinnert, ist er den (selten) mehr oder (häufiger) weniger hilfsbereiten Menschen, auf die er trifft, ausgeliefert. Im Laufe der Geschichte trifft er auf Fischer, Huren, Magier, Hexen und manch andere Gestalt. Aber er lernt nicht nur Neues kennen, sondern er erinnert sich auch nach und nach an mehr aus seiner Vergangenheit. In dem gleichen Maße wie sein Gedächtnis zurückkehrt, reift in ihm ein Plan. Aber auch alle um ihn herum haben ihre eigenen Pläne.

Was hat mir gut gefallen?

Im Grunde haben mir zwei Dinge gut gefallen. Zum einen hat mir die Art und Weise gefallen, wie der Leser den Protagonisten Eldar kennen lernt. Die Entwicklung vom hilflosen Mann, der sich an nichts erinnert zum selbstbewussten (Anti)Helden ist spannend zu verfolgen. Außerdem hat mir die Welt gefallen. Sie ist schmutzig und vor allem glaubhaft. Thurner beschreibst viel Außergewöhnliches: Die Kontertürme der Magier und die aus Bäumen und Wurzeln bestehende Stadt Torhaven sind nur zwei Beispiel. Damit sind wir aber leider auch beim großen Minuspunkt des Buches.

Was hat mir nicht gefallen?

Thurner hatte viele interessante Ideen. Leider beschreibt er die wenigsten davon gut genug, damit der Leser sie sich vorstellen könnte. Am Anfang kommt zum Beispiel ein Wesen namens Malekufte vor und die Beschreibung des Wesens beschränkt sich darauf, dass es tierähnlich ist. Wenig später kommen Musen und Gobelias vor. Keine Ahnung wie ich mir die vorstellen soll. Leider geht es das ganze Buch über so weiter. Ich vermute,das Problem liegt darin begründet, dass Thurner vieles schon in der Gottbettler beschrieben hat und als bekannt voraussetzt. Da "Der unrechte Wanderer" aber kein zweiter Band sein soll, darf man das einfach nicht machen.
Ein weiterer Minuspunkt ist aus meiner Sicht die Sprache. Zum einen ist sie anfangs sehr vulgär. Wer sich an Ausdrücken wie "Arschloch" oder "ficken" stört, ist hier eindeutig fehl am Platz. Ich habe mit so etwas grundsätzlich kein Problem aber es muss halt zur Szene, der Stimmung und so weiter passen. Das ist hier aus meiner Sicht nicht immer der Fall. Zum Glück legt sich dieses Problem nach dem ersten Drittel. Ansonsten ist das sprachliche Niveau OK. Echte Fehler gibt es - und das ist mittlerweile ja leider nicht selbstverständlich - zum Glück nur sehr wenige. Für den Stil wird das Buch aber bestimmt keinen Blumentopf gewinnen. Den sprachlichen Tiefpunkt erreicht es meines Erachtens in diesem Satz: "Es war schrecklich still im Herzen dieses schrecklichen Sumpfes." (S. 435)

Und was ist mit dem Klappentext?

Oh - mein - Gott! Lest bloß nicht den Klappentext! Inhaltlich ist dieser zwar im wesentlichen korrekt, allerdings verrät er einiges, das der Leser eigentlich erst im letzten Drittel des Buches erfährt.

Fazit

Obwohl Thurner vieles richtig macht (glaubhafte Welt, unvorhersehbare Handlung,...), hat mir das Lesen fast gar keine Freude bereitet und das lag daran, dass kaum etwas vernünftig beschrieben wurde und ich mir daher kaum etwas vorstellen konnte. Von daher komme ich leider zu folgendem Urteil.

Wertung: 2/5 Sternen

Dazu möchte ich allerdings anmerken, dass ich mir gut vorstellen kann, dass man das Buch wesentlich besser findet, wenn man vorher "Der Gottbettler" gelesen hat und sich vieles besser vorstellen kann. Wohl möglich, dass das Urteil dann 4/5 Sternen lauten würde.

Vielen Dank an Lovelybooks und Random House für das Rezensionsexemplar.